Zweimal "Glück im Unglück"

Zwei unterschiedliche Einsätze - zwei unterschiedliche Einsatzarten - zweimal "Glück im Unglück" - so kann man die nun folgenden Einsatzberichte überschreiben - und Sie als Leser am glücklichen Ausgang teilhaben lassen ...

Bereits am Samstag passierte im Einsatzgebiet des Bad Reichenhaller Rettungsdienstes ein Unfall, den Markus Leitner vom BRK-Kreisverband Berchtesgadener Land so beschreibt:

Einsatzkräfte der Reichenhaller Feuerwehr haben am Samstagnachmittag nach rund 15 Minuten Suche in einem Waldstück die linke Daumenspitze eines 13-jährigen Jungen gefunden, die er sich zuvor beim Spielen mit einem Haumesser abgetrennt hatte. Der Bub wurde nach notärztlicher Erstversorgung durch den Rettungsdienst des Roten Kreuzes zur weiteren Behandlung ins Salzburger Unfallkrankenhaus eingeliefert; die Fingerspitze folgte per Feuerwehr-Kurierdienst wenige Minuten später.

Nach dem Unfall lief der Junge zunächst mit einem Freund zum nahegelegenen Haus der Eltern des Freundes. Da der Junge über starke Schmerzen klagte wurde ein Notruf abgesetzt. Die Leitstelle Traunstein schickte daraufhin einen Rettungswagen des Roten Kreuzes und den Reichenhaller Notarzt zum Einsatzort.

Während der Junge durch den Rettungsdienst medizinisch erstversorgt wurde, durchkämmten die nachgeforderten Einsatzkräfte der Reichenhaller Feuerwehr zusammen mit mehreren Freunden des Jungen das Waldstück, um die amputierte Daumenspitze zu finden. Als der 13-Jährige 15 Minuten später bereits mit Blaulicht und Martinshorn auf dem Weg ins Salzburger Unfallkrankenhaus war, wurden sie fündig. Sicher eingepackt in einem Replantatbeutel lieferten sie das Fingerstück zur Klinik nach.

„Die Feuerwehr war sehr rasch mit einem großen Aufgebot an Einsatzkräften vor Ort und hat uns optimal unterstützt“, lobte Rettungsassistent Florian Halter vom Roten Kreuz. Bereits am nächsten Tag konnte der Junge das Krankenhaus mit guten Heilungsaussichten wieder verlassen.

Am Sonntag geschah dann ein spektakulärer Einsatz im Einsatzgebiet der Bergwachtbereitschaft Ramsau. Ein  sehr erfahrener Skitourengeher war mit seiner Begleiterin zum Edelweißlahnerkopf aufgestiegen und danach vom Gipfel über den Sommerweg in die Eisbergscharte abgefahren. Nach einer Kuppe verschwand der nur im geringen Abstand vorausfahrende plötzlich; die Frau begann sofort mit der Suche und entdeckte den Eingang zu einer Doline, woraufhin sie per Handy einen Notruf absetzte. Der Mann war über 50 Meter tief im freien Fall abgestürzt und danach am Boden der Doline rund einen Meter tief vom nachgerutschten Nassschnee verschüttet worden (Als Doline (von slawisch dolina: Tal) oder Karsttrichter bezeichnet man eine schlot-, trichter- oder schüsselförmige Senke von meist rundem oder elliptischem Grundriss in Karstgebieten).

Die Leitstelle Traunstein alarmierte gegen 12.45 Uhr sofort den Einsatzleiter der Bergwacht Ramsau, der neben seiner Mannschaft den Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ und später einen Transporthubschrauber mit Rettungswinde der Bundespolizei anforderte (diese "EC 155" stand einsatzbereit am Ausbildungszentrum der Bergwacht Bayern in Bad Tölz bei einer Ausbildung und war innerhalb von Minuten startklar ...). Der Pilot von „Christoph 14“ brachte insgesamt vier Einsatzkräfte der Bergwacht und den Notarzt zur Unfallstelle. Mit dem Transporthubschrauber wurden drei weitere Bergretter und Material nachgeflogen.

Da die Begleiterin vor Ort geblieben war und den Einsatzkräften den Trichtereingang zeigen konnte, ging keine wertvolle Zeit verloren: Per Statikseil wurden zwei Bergwachtmänner und der Notarzt bis zum Boden der Doline abgelassen, wobei sie den rund einen Meter tief verschütteten Tourengeher zunächst nicht sehen konnten; erst als der Mann mit leisen Rufen auf sich aufmerksam machte, begannen die Retter sofort mit den Skiern des Mannes zu graben. Nach rund 15 Minuten hatten sie den unterkühlten Verletzten befreit, der sitzend mit dem Kopf zwischen den Beinen eine ausreichend große Atemhöhle hatte, um rund eine Stunde lang unter dem Schnee zu überleben.

Gesichert in einem Rettungssitz und notärztlich erstversorgt wurde der Patient per Seil aus dem Trichter nach oben gezogen, in eine Kurztrage umgelagert, zusammen mit dem Notarzt per Rettungswinde in den Transporthubschrauber aufgenommen und zum Tallandeplatz der Bergwacht Ramsau geflogen. Den weiteren Transport zum Salzburger Unfallkrankenhaus übernahm die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers. Zehn Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau waren über vier Stunden lang gefordert. Ein Bergführer der Polizeiinspektion Berchtesgaden nahm den genauen Unfallhergang auf.

Hier ein paar Bilder (herzlichen Dank an die Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau und an die Besatzung von "Christoph 14") vom Einsatzort:

" Christoph 14" bringt weitere Bergretter zur Einsatzstelle

Im Schwebeflug

Im Schwebeflug ...

Trichter

Abseilvorgang zum Trichtereingang der Doline

Blick nach unten

Blick nach unten zum Grund der Doline

Auf dem Grund der Doline

Am Grund der Doline

Während der Rettung

Gerettet - endlich geht es nach oben


 

Webcam Ramsau

Webcam Ramsau

DWD UNWETTERWARNUNG

© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

WETTER HEUTE / MORGEN

Das Wetter heute
Das Wetter morgen

Keine Angst vorm Defi:

Herz in Not
Copyright © 2012 by ILS Traunstein