Tödlicher Verkersunfall - Einsatz für das HIT-Team

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der B 306 (der sogenannten "Deutschen Alpenstrasse") im Gemeindebereich Siegsdorf kam am Mittwoch Abend gegen 18.30 Uhr eine junge Frau ums Leben. Sie war alleine mit ihrem Fahrzeug unterwegs und verunfallte im Bereich der "Heutauer Senke". Trotz schnellem Eingreifen von Feuerwehr und Rettungsdienst verstarb die Frau noch an der Unfallstelle.
 

Der Unfall ereignete sich am Mittwoch gegen 18:30 Uhr auf der B306 bei Siegsdorf/Heutau. Die 26-jährige Frau aus Siegsdorf fuhr mit ihrem Pkw VW auf der B306 in Richtung Inzell. Auf Höhe Heutau kam sie aus bisher ungeklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn ab und prallte schließlich gegen 2 Bäume am rechten Fahrbahnrand. Sie wurde im Fahrzeug eingeklemmt und musste von der Feuerwehr aus dem Fahrzeug befreit werden. Die Fahrerin erlag noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen. Zur Klärung der Unfallursache wurde auf Anweisung der Staatsanwaltschaft Traunstein ein Gutachter an die Unfallstelle beordert. Die Feuerwehren Siegsdorf, Eisenärzt und Vogling waren mit insgesamt 10 Fahrzeugen und 50 Einsatzkräften vor Ort. Die B306 war für die Zeit der Unfallaufnahme bis 21:15 Uhr komplett gesperrt. Von der Feuerwehr wurde eine örtliche Umleitung eingerichtet. (Bericht von Polizeipräsidium Oberbayern Süd)

Als der Notarzt leider nur noch den Tod feststellen konnte, wurde vom Einsatzleiter der Feuerwehr das HIT-TEAM des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein angefordert.

Was ist ein HIT-TEAM? Wann wird es alarmiert? Dies wollen wir Ihnen erklären - übernommen haben wir es von der Homepage des KFV Traunstein ...

Mehr als 2500 Einsätze bewältigen die Feuerwehren im Landkreis Traunstein jedes Jahr. Viele der Einsätze sind für die Floriansjünger Routine: Tierrettungen, Sicherheitsabstellungen, Beseitigung von Ölspuren, Versetzung von Insektenbehausungen und vieles mehr sind für die Feuerwehren "Tagesgeschäft".

Geht es aber darum Menschen in Lebensgefahr zu retten, Schwerverletzte aus Fahrzeugwracks zu befreien oder Personen aus brennenden Gebäuden in Sicherheit zu bringen, sind die Feuerwehrdienstleistenden großen körperlichen wie seelischen Belastungen ausgesetzt.
Trotz aller Aus- und Fortbildung und dem Idealismus und guten Willen eines jeden Feuerwehrhelfers Menschen in Not zu helfen, geraten die Feuerwehrfrauen und –männer hin und wieder selbst an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Nach einem Einsatz wieder zur Tagesordnung und in den normalen Alltag überzukehren, gelingt nicht immer. Das Erlebte wird zum Ballast und kann zu körperlichen wie seelischen Veränderungen wie Konzentrationsschwierigkeiten, übertriebene Schreckhaftigkeit, Reizbarkeit, Alpträume, immer wiederkehrende belastende Erinnerung, soziale Isolation und vieles mehr führen. Dabei sind die genannten "Symptome" normale menschliche Reaktionen auf ein unnormales Ereignis.

Um die, in unserem Landkreis größtenteils ehrenamtlichen Feuerwehrhelfer, nach belastenden Einsätzen nicht alleine zu lassen, hat sich im Frühjahr 2001 das Helfer-Interventions-Team, kurz "HIT", gegründet. Ein Team von erfahrenen und speziell ausgebildeten Feuerwehrmännern, -frauen und –ärzten stehen auf Anforderung der Kreisbrandinspektion zur Verfügung, um nach besonders belastenden Einsätzen kameradschaftlichen Beistand zu geben und Betreuung zu leisten.

Aufgabe des HIT ist es, seelisch belastende Einsatzerlebnisse verantwortungsvoll und strukturiert nachzuarbeiten. Einsatzbesprechungen sollten sich nicht nur auf eine Reflexion des taktischen Vorgehens und technische Details beschränken, sondern auch das körperliche und psychische Befinden und das Aussprechen von Gefühlen und Empfindungen beinhalten. Wiederkehrende belastende Erinnerungen an das Ereignis können posttraumatische Belastungsstörungen und schwere gesundheitliche Folgeschäden nach sich ziehen. Dies zu verhindern ist das große Anliegen und der Auftrag des Helfer-Interventions-Teams.

Schon mehrmals konnte das HIT hilfreich tätig werden, um Feuerwehrkameraden bei der Bewältigung seelisch belastender Einsätze zu unterstützen. Das Helferinterventionsteam wurde zum Beispiel angefordert, als eine hiesige Feuerwehr alarmiert worden war, um einen Toten nach Suizid von einem Hochstand zu bergen. Bei Eintreffen der Wehr stellte sich heraus, dass es sich um einen Kameraden handelte. Daraufhin wurde die eingesetzte Mannschaft durch eine Gruppe der Nachbarwehr abgelöst; die betroffenen Feuerwehrler wurden vom HIT betreut. Auch nach dem tödlichen Verkehrsunfall der Ehefrau eines aktiven Feuerwehr-Dienstleistenden, der selbst mit seiner Feuerwehr zur technischen Hilfe an die Unglücksstelle eilte, war das HIT tätig. Der betroffene Feuerwehrmann, dessen Kinder und auch die Kameraden wurden betreut. Bisher waren es meist Verkehrunfälle, zu denen das Helferinterventionsteam angefordert wurde, weil Feuerwehrkameraden nach den Anblick eines Getöteten oder durch schwere Verletzungen entstellten Unfallopfer, seelisch belastet und "geschockt" waren.

Bei folgenden Indikationen wird das HIT auf Anforderung der Feuerwehr-Führungskräfte alarmiert:

  • bei Tod oder schwerer Verletzung einer Einsatzkraft
  • bei einem Einsatz mit Tod eines Kindes
  • bei Unglücken mit einem oder mehreren Toten
  • bei Leichenbergung (z.b. nach Suizid)
  • sowie bei sonstigen belastenden Einsätzen

Das HIT ist rund um die Uhr über Funkmeldeempfänger erreichbar und wird von der ILS Traunstein alarmiert.

 

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