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Zwei Unwetterfronten sorgen für Dauereinsatz der Feuerwehren
Mittwoch, 22. Juni 2011 gegen 16 Uhr – was der Deutsche Wetterdienst Stunden vorher schon als Unwetterwarnung angekündigt hatte – trat ein: Hagelschlag und stürmischer Wind sorgten für zahlreiche Feuerwehreinsätze …
Gegen 16 Uhr ging es los – schwerer Hagelschlag über mehrere Minuten hinweg trommelte mit ohrenbetäubendem Lärm auf das Dach der ILS Traunstein. Und dies sozusagen war der „Startschuss“ für die Alarmierung zahlreicher Feuerwehren, besonders aus dem Landkreis Traunstein, um die Schäden zu beseitigen. Sämtliche Arbeitsplätze in der ILS wurden nachbesetzt, damit die Vielzahl von Notrufen schnell entgegengenommen werden konnten. Neben umgestürzten Bäumen, überfluteten Kellern, verschmutzen Fahrbahnen waren auch einige Brandeinsätze durch Blitzschlag zu vermelden. Ebenso wurden Rettungsdienst und Feuerwehr zu einigen Verkehrsunfällen aufgrund der Witterung alarmiert. Bei einem schweren Verkehrsunfall sind auf der Staatsstraße 2103 bei Anger fünf Menschen zum Teil schwer verletzt worden. 20 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Anger und Ainring waren mit drei Fahrzeugen im Einsatz und mussten einen eingeklemmten Insassen mit dem hydraulischen Rettungssatz befreien. Das Rote Kreuz war mit vier Rettungswagen und einem Notarzt vor Ort.
Herrenlose Bote auf dem Chiemsee, die sich durch den Sturm losgerissen hatten, wurden von den Einsatzkräften der Wasserrettung in die sicheren Häfen geschleppt. Weitaus schlimmer traf es aber den Landkreis Rosenheim – dort ging besonders im Bereich Riedering nichts mehr. Auch im Zugverkehr ging auf der Strecke Rosenheim-Traunstein-Salzburg zeitweise nichts mehr. Eine Anforderung für die Evakuierung von Personen aus einem Zug an der Landkreisgrenze Rosenheim-Traunstein aufgrund von Oberleitungsschäden musste nicht durchgeführt werden – der Zug konnte nach einem kurzen Nothalt wieder selbständig in den nächsten Bahnhof einfahren.
Hagelschlag hinter dem Gebäude der ILS Traunstein
Gegen 20.30 Uhr sorgte dann die zweite Unwetterfront besonders im Bereich des Landkreises Berchtesgadener Land für eine Vielzahl von Einsätzen – besonders im Stadtgebiet von Bad Reichenhall mussten Sturmschäden beseitigt werden – diese waren aber nicht mehr von der Dimension des Nachmittags.
Als gegen 20.47 Uhr dann die Funkmeldeempfänger im Bereich Neumarkt-St. Veit gingen, war es hier nicht mehr der Sturm, sondern eine defekte Hackschnitzelheizung, die die Feuerwehren auf Trab hielt.
Auch der Landkreis Traunstein bekam noch einmal eine kleine „Alarmierungswelle“ – heftiger Wind sorgte für umgestürzte Bauzäune und Bäume.
Gegen 22.15 Uhr sorgte dann noch einmal ein Brandeinsatz für Aufsehen: ein Gabelstapler ging im Bereich der Gemeinde Petting bei einem Sägewerk in Flammen auf – dieser konnte aber zum Glück rechtzeitig gelöscht werden.
Gegen 0.20 Uhr waren dann die letzten Schäden beseitigt, die letzte Feuerwehr eingerückt – und nach weit über 150 Alarmierungen kehrte langsam wieder Normalität ein … bis gegen 3.30 Uhr erneut die Sirenen und Meldeempfänger der Feuerwehren Obing, Rabenden, Kienberg, Seeon und Trostberg gingen. Grund war ein Dachstuhlbrand bei einem Landwirtschaftlichen Anwesen im Gemeindegebiet Obing. Der Rettungsdienst und die Schnelleinsatz-Gruppe SEG Transport Alztal wurden ebefalls dazu alarmiert, um die Einsatzkräfte abzusichern bzw. eventuell betroffene Personen zu versorgen. Dieser Einsatz dauerte noch bis in die Morgenstunden.
Danken möchten wir hier Herrn Stefan Erdmann (abenteuerlive.de) für die Überlassung des Videos, welches die Unwetterfront deutlich zeigt (hier im Bereich Rosenheim):
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