Ein Forstunfall, mehrere Glatteisunfälle aufgrund überfrierenden Nebels, ein Schwellbrand und der glückliche Ausgang einer Suchaktion nach einer vermissten Person - für die Einsatzkräfte gab es bis Montag früh viel zu tun.
Am Samstag gegen 14 Uhr wollte ein 43-jähriger Landwirt aus Fridolfing unter zu Hilfenahme einer Seilwinde einen Baum über eine steile Böschung ziehen. Die dabei benutzte Eisenkette hielt der Belastung nicht stand und riss ab. Durch die Spannung wurde die Kette nach oben geschleudert und traf den ebenfalls anwesenden 77-jährigen Vater des Landwirts am Kopf.
Durch den Aufprall der Kette stürzte der 77-jährige ca. 20 Meter eine Böschung hinunter und blieb regungslos liegen. Nach Erstversorgung durch den Notarzt wurde der Schwerverletzte durch Einsatzkräfte der FFW Fridolfing und FFW Tittmoning geborgen. Aufgrund der schweren Verletzungen wurde der 77-Jährige in das Landeskrankenhaus Salzburg eingeliefert.
Am frühen Samstagabend wurde ein 77-jähriger Patient aus einer Klinik in Marquartstein als vermisst gemeldet, da der zeitlich und örtlich desorientierte Mann nicht zum Abendessen erschien. Die ersten Ermittlungen ergaben, dass die Person zuletzt gegen 15 Uhr in einem Marquartsteiner Lokal gesehen wurde.
Um eine Gefahr für die Gesundheit und das Leben der Person abzuwehren, wurde eine Suchaktion eingeleitet. Der Einsatz eines Hubschraubers mit Wärmebildkamera war infolge des vorherrschenden Nebels nicht möglich. Aus diesem Grund beschränkte sie die Suche auf bodengebundene Kräfte. Diese durchkämmten den Ortsbereich Marquartstein in Gruppen. Im Einsatz waren Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Marquartstein, Übersee, Grassau, Staudach- Egerndach, die Bergwachtbereitschaft Grassau und Marquartstein, Rettungshundestaffeln, die DLRG und die Polizei mit Diensthunden im Einsatz. Weiter wurden einige Sonderfahrzeuge der Feuerwehr und Bergwacht in den Einsatz mit eingebunden.
Gegen 23 Uhr fanden schließlich Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr den Vermissten im Ortsteil Freiweidach auf. Der Mann war bereits erheblich unterkühlt. Ansonsten jedoch körperlich unversehrt. Nach der Erstversorgung durch einen Notarzt, wurde er zur Beobachtung ins Krankenhaus Prien eingeliefert. Infolge der zur Zeit vorliegenden nächtlichen Temperaturen, hätte der Vermisste die Nacht wohl vielleicht nicht überstanden.
In der Nacht zum Montag, 21.11.2011, gegen 0.20 Uhr, fuhr ein 19- jähriger Mann aus dem Gemeindebereich Übersee mit seinem Pkw auf der Staatsstraße von Grabenstätt kommend in Richtung Übersee. Kurz vor der Achenbrücke, im Bereich einer langgezogenen Rechtskurve, übersteuerte der Pkw und kam nach rechts von der Straße ab. Der Pkw kippte um und krachte mit dem Dach voraus gegen einen Baum. Der Fahrer wurde hierbei eingeklemmt. Er konnte von der alarmierten Feuerwehr Übersee befreit werden. Mit dem Rettungswagen kam er mit schwersten Verletzungen in das Klinikum Traunstein. Am 13 Jahre alten BMW entstand Totalschaden.
Zur Klärung der Unfallursache beauftragte die Staatsanwaltschaft Traunstein einen Kfz-Sachverständigen mit der Fertigung eines Gutachtens. Die Staatsstraße war über zwei Stunden gesperrt. Die Feuerwehr Übersee war mit 40 Mann eingesetzt zur Bergung des Fahrers, zur Ausleuchtung der Unfallstelle und zur Errichtung der Straßensperre.
Bei der Einsatzzentrale der Polizei wurde in den frühen Morgenstunden der Brand in dem landwirtschaftlichen Anwesen im Bergener Ortsteil Holzhausen gemeldet. In einem Nebenhaus des Anwesens war es gegen 6.50 Uhr vermutlich zu einem Schwelbrand in der Küche gekommen. Die starke Rauchentwicklung wurde von der Tochter der 84-jährigen Bewohnerin von außen bemerkt und zusammen mit dem verständigten Sohn der alten Dame wurde die Wohnung geöffnet. Beide konnten jedoch wegen der starken Rauchentwicklung nicht in die Wohnung vordringen. Erst mit Atemschutzmasken gelang es wenig später zwei Helfern der Feuerwehr Holzhausen die leblose 84-Jährige aus der Wohnung zu bergen. Noch vor Ort wurden Reanimationsmaßnahmen eingeleitet, der Frau konnte jedoch nicht mehr geholfen werden, sie verstarb. Die genaue Todesursache soll im Rahmen einer Obduktion festgestellt werden, derzeit deutet aber alles auf eine Rauchgasvergiftung hin.
Die bisherigen Ermittlungen der Kripo Traunstein und eines Sachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamtes ergaben, dass es aufgrund eines technischen Defektes an einem Kühlschrank zu dem folgenschweren Schwelbrand gekommen sein muss.
Pressemitteilungen der PI Laufen / Grassau und Polizeipräsidium Oberbayern Süd