Die Serie von schweren Verkehrsunfällen - besonders im Landkreis Berchtesgadener Land - reißt nicht ab. Heute Mittag verunfallte eine junge Frau auf der B21 zwischen Bad Reichenhall und Unterjettenberg - sie wurde mit Lebensgefährlichen Verletzungen vom Traunsteiner Rettungshubschrauber "Christoph 14" in eine Salzburger Klinik geflogen.
Den bisherigen Ermittlungen der Reichenhaller Polizei zufolge war die Salzburgerin mit ihrem Kleinwagen in Richtung Lofer unterwegs, als sie zwischen Baumgarten und Unterjettenberg plötzlich auf die linke Fahrspur geriet und dort gegen ein Volvo-Lastwagen-Gespann einer österreichischen Spedition prallte. Der 46-jährige Trucker aus Hallein legte noch eine Vollbremsung hin, konnte einen Zusammenstoß aber nicht mehr verhindern. Der Kleinwagen wurde auf der Beifahrerseite stark eingedrückt und blieb schräg an der Böschung zwischen Lastwagen-Anhänger und einer Steinmauer hängen. Hinzukommende Autofahrer leitsteten sofort Erste Hilfe und setzten einen Notruf ab, woraufhin die Leitstelle Traunstein gegen 12.45 Uhr zunächst die Freiwillige Feuerwehr Schneizlreuth und das Rote Kreuz mit einem Rettungswagen aus Bad Reichenhall und dem Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ alarmierte. Der Pilot konnte direkt an der Unfallstelle auf der B21 landen. Die Einsatzkräfte forderten vor Ort die Feuerwehr Bad Reichenhall und einen zweiten Rettungswagen nach.
 Die im Auto eingeschlossene Frau wurde sofort von Feuerwehr und Rotem Kreuz befreit, wobei mit dem hydraulischen Rettungssatz die Fahrertüre entfernt werden musste. Notarzt und Rettungsassistenten versorgen sie weiter im Rettungswagen und flogen sie danach wegen ihrer schweren Kopfverletzungen zum Salzburger Landeskrankenhaus.
 Der 46-jährige Unfallgegner wurde leicht verletzt und erlitt einen Schock; er musste in die Kreisklinik Bad Reichenhall eingeliefert werden, wo er ambulant behandelt wurde. Die B21 war während der Rettungs- und Bergearbeiten rund zwei Stunden lang komplett gesperrt, wobei der restliche Verkehr durch das kleine Deutsche Eck großräumig über den Thumsee umgeleitet wurde.
 Insgesamt waren 35 Feuerwehrleute mit sechs Fahrzeugen zur technischen Rettung und Verkehrsregelung im Einsatz. Beamte der Polizeiinspektion Bad Reichenhall waren zur Ermittlung der genauen Unfallursache vor Ort.
Am Sonntag verunfallten zwei 27 und 21 Jahre alte Schwestern - sie haben einen schweren Verkehrsunfall auf der A8 bei Piding nahezu unverletzt überstanden. Die 27-jährige Fahrerin wurde bei einem missglückten Überholmanöver mit ihrem Daewo-Kleinwagen über die Leitplanke in die Luft geschleudert und landete zwischen Sträuchern im Straßengraben.
Der Unfall ereignete sich gegen 20.20 Uhr auf der A8 zwischen Piding und Walserberg unmittelbar nach der Anschlussstelle Bad Reichenhall. Nach Angaben der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein wollte die 27-jährige Studentin gerade einen 51-jährigen österreichischen Unternehmer überholen, der mit seinem Fiat in Richtung Salzburg unterwegs war. Die Frau kam zu weit nach rechts und berührte den Fiat, woraufhin ihr Auto quer über die Fahrbahn schleuderte, über die Leitplankenabsenkung hochkatapultiert wurde, einen Baum streifte, sich in der Luft drehte und dann auf den Rädern unterhalb der Böschung aufschlug. Der Unfallgegner bemerkte den Rempler, sah im Rückspiegel, wie das Auto von der Fahrbahn abkam und hielt sofort am Pannenstreifen an, um zu helfen. Die Leitstelle Traunstein schickte die Freiwillige Feuerwehr Piding und das Rote Kreuz mit drei Rettungswagen und dem Reichenhaller Notarzt zum Unfallort. Bei der ersten Lageerkundung stellte sich aber heraus, dass die Schwestern wie durch ein Wunder nahezu unverletzt davongekommen waren. Beide wurden bei zweistelligen Minusgraden im Rettungswagen betreut und zur weiteren Untersuchung in die Kreisklinik Bad Reichenhall gebracht; der Unfallgegner blieb unverletzt. 19 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Piding sicherten mit drei Fahrzeugen die Unfallstelle ab und kümmerten sich um die Ausleuchtung. Beamte der Autobahnpolizei aus Siegsdorf nahmen den genauen Hergang auf. Nach ihren Angaben entstand Sachschaden in Höhe von rund 7.000 Euro. Die A8 war in Richtung Salzburg rund eine Stunde lang nur einspurig befahrbar. Da nur wenige Fahrzeuge unterwegs waren, kam es zu keinen größeren Behinderungen.
Und am Freitag passierten gleich zwei schwere Verkehrsunfälle. Der erste Unfall ereignete sich gegen 11.10 Uhr. Nach Angaben der Berchtesgadener Polizei fuhr ein 44-jähriger Bischofswiesener mit seinem weißen VW-Golf die Salzbergstraße talwärts. Kurz vor dem Gasthof „Rottl Sepp“ beschleunigte sein Fahrzeug aus bisher nicht geklärter Ursache von selber. Er versuchte noch abzubremsen, verlor aber die Kontrolle und geriet auf die linke Fahrbahnseite, wo er frontal gegen den blauen Skoda eines 45-jährigen Polen prallte. Im Fahrzeug des 45-Jährigen wurden er und seine beiden elf und sechzehn Jahre alten Kinder leicht verletzt. Im Fahrzeug des 44-Jährigen wurden er und seine sieben Jahre alte Tochter mittelschwer verletzt.
Die Leitstelle Traunstein schickte daraufhin zunächst das Rote Kreuz mit einem Rettungswagen und einem Krankenwagen zum Unfallort. Da alle fünf Beteiligten verletzt waren und Öl auslief, forderten die Sanitäter den Einsatzleiter, die Berchtesgadener Notärztin, einen weiteren Rettungswagen aus Bad Reichenhall und die Freiwillige Feuerwehr Berchtesgaden nach. Der Skoda-Fahrer, seine zehnjährige Tochter und sein 16-jähriger Sohn wurden mit einem Rettungswagen und einem Krankenwagen zur weiteren Untersuchung in die Kreisklinik Bad Reichenhall eingeliefert. Den einheimischen Unfallgegner und seine siebenjährige Tochter brachte eine zweite Rettungswagen-Besatzung zum Salzburger Landeskrankenhaus. Das Mädchen sollte zunächst geflogen werden, weshalb der Salzburger Notarzthubschrauber „Christophorus 6“ an der Unfallstelle landete; die Verletzungen waren aber dann doch nicht so schlimm, wie ursprünglich vermutet.
Die Feuerwehr Berchtesgaden war mit vier Fahrzeugen vor Ort, musste ausgelaufene Betriebsstoffe binden, die Einsatzstelle absichern und den restlichen Verkehr umleiten. Beamte der Polizeiinspektion Berchtesgaden nahmen den genauen Unfallhergang auf. Die Straße war für rund zwei Stunden für den Verkehr gesperrt. An den Fahrzeugen entstand ein Schaden von rund 18.000 Euro.
Der zweite schwere Unfall passierte gegen 23.45 Uhr, woraufhin die Leitstelle Traunstein das Rote Kreuz aus Freilassing und Teisendorf mit zwei Rettungswagen und einem Notarzt auf die B20 schickte. Zusätzlich mussten die Freiwilligen Feuerwehren Ainring und Piding ausrücken, um die Einsatzstelle auszuleuchten, die Fahrbahn zu reinigen und den restlichen Verkehr über Bichlbruck umzuleiten. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, kümmerte sich bereits ein Ersthelfer um die Verletzten, die nach medizinischer Erstversorgung beide in die Kreisklinik Bad Reichenhall gebracht wurden. Frostige Temperaturen von bis zu minus 17 Grad erschwerten den Einsatz. Beamte der Polizeiinspektionen Freilassing und Bad Reichenhall waren zur Unfallaufnahme vor Ort. Da es keine Zeugen gibt und der genaue Hergang unklar ist, beauftragte die Staatsanwaltschaft einen Sachverständigen, der ein Gutachten erstellen soll. Die B20 war rund zweieinhalb Stunden lang komplett gesperrt. Es entstand rund 25.000 Euro Sachschaden. Insgesamt waren 35 Feuerwehrleute mit sechs Fahrzeugen im Einsatz.
Berichte: zuständige Polizeiinspektionen (Bad Reichenhall / Berchtesgaden / Freilassing) & BRK (M. Leitner - auch Foto´s)
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